Pressemitteilung auf anfrage von "Welt des Kindes" vom 18.7.02
Kindergartenpflicht für Immigrantenkinder
Die Liberale Türkisch-Deutsche Vereinigung Rheinland-Pfalz (LTD-RLP) fordert Kindergartenpflicht für Kinder aus Migrantenfamilien. „Mache muss man eben zu Ihrem Glück zwingen“ so der Landesvorsitzende Murat Eyiberispek
Leider kommt es immer noch vereinzelt vor, dass Kinder mit ausländischer Abstammung die Kindergärten nicht besuchen und zu Schulbeginn nicht ausreichend Deutsch sprechen. In der aktuellen politischen Diskussion wird diesen Kindern die Verantwortung für die Bildungsmisere zugeschoben und als Lösung wurde von Unionspolitikern eine Deutschprüfung als Zulassungsvoraussetzung in die Grundschule gefordert. „Andere Länder haben einen viel höheren Ausländeranteil und schneiden trotzdem besser bei der PISA Studie ab, deswegen kann eine Schuldzuweisung zu den Migrantenkinder nicht erfolgen“ so Eyiberispek. „Um solch einer Forderung entgegen zu wirken, ist es sinnvoller den Kindern in ihrem besonders lehrfähigem Alter, nämlich im Kindergarten, Deutsch zu vermitteln.“ Die Zeit im Kindergarten ist sinnvoll und wichtig für die Entwicklung eines Kindes, trotzdem unterschätzen manche Eltern dies. Gerade Kinder ausländischer Abstammung werden vereinzelt, bewusst nicht in Kindergärten angemeldet. In der Kindergartenzeit schließt das Kind erste Freundschaften. Dabei ist es sehr wichtig das Kinder unterschiedlichster Abstammungen miteinander spielen und die Basis für eine Integration entwickeln. Für viele Kinder ist dies die einzige Möglichkeit aus ihrem angeborenen Kulturkreis heraus zu kommen und neue Perspektiven zu gewinnen. Deswegen möchte die LTD-RLP eine Kindergartenpflicht für alle Migrantenkinder. Natürlich muss auch sichergestellt werden, dass Kindergartenplätze in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und dass einzelne Nationalitäten in den Gruppen verteilt werden. Um zu vermeiden dass zu viele Kinder einer Nationalität zusammen sind, müssen gegebenenfalls auch auf Kindergärten in anderen Stadtteilen verwiesen werden. Für sozial schwächere Familien sollten staatliche Fördermaßnahmen zur Verfügung stehen ähnlich der Schulbüchergutscheine.